Gemeinsam auf Tour

flinc - Die etwas andere Vermittlung für Mitfahrgelegenheiten


Ein Auto und fünf junge Menschen. Eine Tüte Donuts, Musik, Kaffee in großen Bechern: „Das war eine der lustigsten Fahrten mit flinc, die ich je erlebt habe“, erinnert sich Benjamin Kirschner. Und er hat schon viele erlebt. Einerseits, weil er die Plattform oft nutzt: Er hat selbst kein Auto, dafür sind auf seinem persönlichen Profil auf der flinc-Seite mehr als 90.000 Mitfahr-Kilometer angegeben. Andererseits und vor allem: Weil er einer der Gründer und Geschäftsführer des Ludwigshafener Start-ups ist.

Begonnen hat alles im Jahr 2010 – mit einem Projekt im Studiengang Media System Design. „Finde Probleme in der Mobilität und versuche, sie zu lösen: Das war unsere Aufgabe für zwei Semester. In einer Gruppe haben wir überlegt, was sich ändern müsste“, erzählt Kirschner. „Damals war die Anbindung vom Uni-Campus wirklich Mist, ohne eigenes Auto waren wir unflexibel. Das hat uns geärgert, da wollten wir etwas tun.“ Und wie? „Es gibt so viele Menschen, die fahren allein im Auto. Die würden jemanden mitnehmen, wenn sie nur wüssten, wer zur selben Zeit in dieselbe Richtung will.“

Im Gegensatz zu anderen Mitfahr­zentralen vermitteln wir eher kürzere Touren, etwa zur Arbeit, zur Uni oder zum Sport. 

Benjamin Kirschner
Geschäftsführer

Genau dieses Wissen vermittelt die App für Computer und Smartphones, die Kirschner mit seinen Kommilitonen Alexander Kuhn und Michael Hübl entwickelt hat. Sie ist die Basis für das Unternehmen, das die drei gemeinsam mit dem erfahrenen Unternehmer Dr. Klaus Dibbern gegründet haben: Interessenten geben ihre Fahrwünsche und Angebote ein und werden direkt miteinander vernetzt. „Im Gegensatz zu anderen Mitfahrzentralen vermitteln wir eher kürzere Touren, etwa zur Arbeit, zur Uni oder zum Sport“, so Kirschner. Die Idee ist so zukunftsweisend, dass die ISB das Unternehmen seit den Anfängen über ihren Venture­Capital-Bereich unterstützt und in Finanzierungsfragen berät. Mittlerweile sind auch die Deutsche Bahn und General Motors als Investoren eingestiegen, um die Expansion in den ländlichen Raum zu ermöglichen.

Heute hat das ehemalige Studentenprojekt 33 Mitarbeiter, 300.000 registrierte Nutzer, 650.000 Angebote und Gesuche pro Monat auf der Plattform. Und wächst weiter: „Je mehr Nutzer wir haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, auch kurzfristig passende Mitfahrer zu finden. Und so wird das Angebot immer attraktiver“, sagt Kirschner. Natürlich lassen sich über die App auch Teilstrecken vereinbaren oder eine Abholung direkt zu Hause. „Da wollen wir so flexibel wie möglich sein, das ist zeitgemäß. Über einen Chat können die Teilnehmer alle Details besprechen.“ Zum Beispiel, wer die Donuts mitbringt, morgens, auf der Fahrt zur Uni. Und wer für den Kaffee zuständig ist. |